Werbung bei Baidu und Yandex

Google ist die Suchmaschine Nummer 1 in Europa, den USA und vielen anderen Regionen. Es gibt aber auch Länder, in denen andere Suchmaschinen die Nase vorne haben.

In China hat Baidu mit mehr als 80% Marktanteil Google weit überholt, in Russland liegt Yandex mit über 60% ebenfalls weit vor Google.

Baidu

 

Baidu ist laut alexa.com eine der fünf am häufigsten besuchten Webseits weltweit und liegt aktuell auf Platz 4. Auf Platz 1 liegt wie zu erwarten Google.com, gefolgt von youtube.com und facebook.com. Platz 5 belegt yahoo.com.

Baidu ist nicht nur eine Suchmaschine, sondern bietet ähnlich wie Google auch einen Kartendienst (Baidu Map), einen Cloud-Speicher (Baidu Netdisk), eine Kommunikationsplattform (Baidu Tieba), eine online Enzyklopädie (Baidu Baike) und vieles mehr an.

Da bei gewissen Suchanfragen auf Baidu die erste Seite manchmal komplett aus Werbeanzeigen besteht, ist es wichtig bei Keywords mit hoher Konkurrenz Anzeigen zu schalten, um überhaupt eine Chance zu haben, gefunden zu werden.

Sollte man Werbung in China auf Baidu Tuiguang machen wollen, empfiehlt es sich eine Website auf einem chinesischem Server zu hosten, da alle anderen Websites nur sehr langsam, bzw. gar nicht geladen werden. Der Grund liegt an der „Chinesischen Firewall“. Um eine Website auf einem chinesischen Server zu hosten müssen allerdings chinesische Personaldaten angegeben werden, die man meistens nicht zur Hand hat, außer man hat eine eigene Niederlassung in China. Daher sollte man mit einer chinesischen Marketing Agentur zusammenarbeiten, da auch die Anmeldung für Baidu Anzeigen ohne chinesische Mitarbeiter sehr schwer bis unmöglich durchführbar ist.

Folgende Voraussetzungen gelten für die Baidu Tuiguang Anmeldung:

  • Eine chinesische Landingpage mit einer „Über uns“ und einer Kontaktseite. Diese dürfen keine Links zu anderen Domains enthalten.
  • 5000 RMB (ca. 690 EUR) als Vorauszahlung und eine Jahresservicegebühr von etwa 600 RMB (ca. 83 EUR), diese Preise können jedoch unterschiedlich sein, weil Baidu inländische und ausländische Unternehmen anders behandelt.
  • Man muss eine Niederlassung in China nachweisen. Kann man das nicht, gibt es noch die Möglichkeit einen Vertreter mit einer Adresse in China anzugeben.
  • Sollte eine Agentur die Kontoeröffnung übernehmen, wird eine Vollmacht benötigt und eine Registrierungsurkunde der Agentur.
  • Eine Garantieverpflichtung für Baidu, welche nur in Chinesisch erhältlich ist.
  • Ein Handelsregistereintrag mit einer chinesischen Übersetzung.
  • Die Handelsregistereinträge und die Garantieverpflichtung müssen mit einem Firmenstempel versehen sein.

Nach Einreichung der Dokumente muss man 2-4 Wochen warten, bevor man die Bewilligung bekommt und Werbung schalten kann. Für die Erstellung der Anzeigen sollte unbedingt jemand mit Chinesisch als Muttersprache genommen werden, auch weil das Interface nur auf Chinesisch verfügbar ist.

Das Anzeigenformat unterscheidet sich etwas vom Google Anzeigeformat: Im Titel sind 26 Zeichen, bzw. 13 chinesische Zeichen erlaubt, in der Beschreibung 36 Zeichen, bzw. 18 chinesische Zeichen. Die Verwaltung des Kontos funktioniert ähnlich wie bei AdWords, es gibt einen Keywordplaner, den man benutzen kann um neue relevante Keywords zu finden.

Seit 2012 sollte man das eigene Konto und die Identität verifizieren, um somit etwa 30% weniger für die Werbung zu bezahlen.

Beim Schreiben von Anzeigen ist wichtig zu berücksichtigen, dass in der chinesischen Kultur die Harmonie und die Familie, vor allem Kinder, die wichtigsten Ziele sind. Anpassung steht vor Individualität, das sollte unbedingt bei den Anzeigen berücksichtigt werden.

Sehr zu empfehlen ist die Verwendung von Baidu Analytics, das wie man schon vermuten kann, ähnlich wie Google Analytics funktioniert. Es ist allerdings nur auf Chinesisch verfügbar.

Yandex

Für Werbung in Russland kommt man um die Suchmaschine Yandex nicht herum. Die Anmeldung und Erstellung von Anzeigen ist bei weitem nicht so kompliziert wie bei Baidu und lässt sich eher mit Google AdWords vergleichen.

Anzeigen werden mit „Yandex direct“ geschalten. Die Registrierung ist einfach und erfolgt online, man benötigt eine Handynummer um den Account zu verifizieren.

Das Interface für Yandex ist in Englisch, Ukrainisch und Russisch verfügbar. Es gibt eine eigene Währung, die „Unit“ genannt wird. 1 Unit sind etwa 0,65 Euro. Man kann auch in Euro bezahlen, dafür muss man einen eigenen Antrag stellen.

Die Verwaltung des Kontos ist ebenfalls ähnlich wie bei Google. Für die Anzeigen stehen 33 Zeichen im Titel und 75 Zeichen im Text zur Verfügung. Zur Erstellung der Anzeigentexte wird natürlich wieder ein russischer Muttersprachler empfohlen. Da viele Russen europäische Produkte bevorzugen, sollte man das auch in den Anzeigentexten erwähnen.

Für die Schaltung der Anzeigen stehen mehrere Strategien zur Auswahl. Möchte man auf jeden Fall auf Platz eins stehen oder zum möglichst niedrigsten CPC im oberen bzw. unteren Werbeblock erscheinen? Yandex passt automatisch die CPCs an um das gewünschte Ziel zu erreichen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit das Budget manuell zu verteilen, es müssen jedoch mindestens 10 EUR pro Tag eingesetzt werden.

Fazit

Möchte man Produkte und Dienstleistungen international anbieten, reicht es also oft nicht mehr sich nur mit Google AdWords zu beschäftigen. Baidu und Yandex sind zwei ernst zu nehmende Konkurrenten, die respektive in China und Russland Marktführer sind.

 

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