Eine der besten SEO-Strategien der letzten 10 Jahre war es, auf informationale Suchanfragen zu optimieren. Nutzer suchen früh im Entscheidungsprozess nach möglichen Lösungen, vergleichen Vor- und Nachteile und sammeln Informationen. Genau dort konnten Unternehmen mit hilfreichen Inhalten Sichtbarkeit aufbauen, Vertrauen schaffen und später Conversions erzielen.
Diese Recherche-Phase ist nicht verschwunden, aber sie hat sich verlagert. Immer mehr Menschen stellen ihre ersten Fragen nicht mehr auf Google, sondern in KI-Chatbots. Um Informationen zu sammeln, müssen Nutzer also nicht mehr auf Websites gehen und dort Texte lesen. Sie bekommen eine erste Orientierung direkt von der KI. Erst für Preisvergleich und Kauf wenden sie sich an Google.
Für Website-Betreiber ist das auf den ersten Blick unangenehm, weil weniger Klicks entstehen. Gleichzeitig kommen viele Nutzer deutlich besser informiert auf die Website, wenn sie schließlich doch klicken.
In Analytics-Daten sehen wir dieses Muster immer häufiger: Der Traffic sinkt, die Conversion-Rate steigt aber. Weniger Besucher bedeuten also nicht automatisch weniger Geschäft. Entscheidend ist, ob die Marke in der Entscheidungsphase bereits vorgekommen ist.
Ein Beispiel: Jemand überlegt, im Alltag häufiger vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen. Früher hätte diese Person wahrscheinlich mehrere Google-Suchen gemacht, Blogartikel gelesen, Tests verglichen und sich Schritt für Schritt zur Kaufentscheidung vorgearbeitet.
Heute könnte die Recherche auf einem KI-System so aussehen: Die Person fragt zuerst allgemein, ob ein Fahrrad im Alltag eine echte Alternative zum Auto sein kann. Danach lässt sie sich erklären, welcher Fahrradtyp zu Straße, Waldwegen und Schotter passt. An diesem Punkt kommt vielleicht zum ersten Mal ein Gravelbike ins Spiel. Im nächsten Schritt fragt der potenzielle Kunde nach guten Marken für Gravelbikes. Spätestens hier wird es für Hersteller relevant: Wird die eigene Marke genannt oder nicht?
Je konkreter die Entscheidung wird, desto stärker kommen wieder klassische Suchkanäle wie Google oder YouTube ins Spiel: Tests, Erfahrungsberichte, Preisvergleich und Kauf finden in der Regel über Google statt.