Schon seit Jahren nimmt die Zahl der Suchanfragen über Smartphones und Tablets zu. Seit 2015 registriert Google mehr Suchanfragen über mobile Geräte als über Desktop Rechner. Um dieser Mehrheit der User gerecht zu werden, will man jetzt bei Google die mobilen Versionen von Websites nutzen um das Ranking zu berechnen.

Wie funktioniert der Google Index überhaupt?

Google verwendet nur einen Index, sowohl um die Suchergebnisse für Anfragen von Desktop Rechnern, als auch für mobile User zu generieren.
Zwar hat man anscheinend, als der Anstieg mobiler Suchanfragen begann, mit dem Gedanken eines eigenen mobilen Index gespielt, die Idee jedoch schnell wieder verworfen.

Dieser Google Index besteht aus Billionen von Dokumenten, also vor allem einzelnen Internetseiten. Um diesen Index zu füllen und aktuell zu halten wandert der Googlebot kontinuierlich durch das Web, springt von Link zu Link, besucht täglich Millionen von Seiten und übergibt die Informationen seines Besuchs an den Index.

Bisher tat der Googlebot dies in erster Linie aus der Sicht eines Desktop Users. Der Bot steuerte immer zuerst die Desktop Version einer Seite an, und schaute erst danach, wie sich eine Seite denn auf Smartphones verhält (Muss der User scrollen? Ist die Seite responsive oder gibt es eine eigene mobile Version? Werden mobil andere Inhalte dargestellt? usw.)

Und genau hier setzt Google mit dem Mobile First Index Update an. In Zukunft soll der Googlebot zuerst die mobile Version ansteuern, und sich erst danach die Desktop Version ansehen.

Was heißt das für Webmaster?

Das heißt zunächst auch, dass es nicht unbedingt ein neues mobile-friendly Update ist. Laut dem Google-Insider Gary Illes soll der Wechsel des Index zunächst kaum Auswirkungen auf die Rankings haben.

Trotzdem wird sich die Umstellung natürlich langfristige auch in den Rankings zeigen. In einem Blogpost betont Google, dass die Betreiber responsiver Websites zunächst keine besonderen Änderungen vornehmen müssen, soweit zumindest die Hauptinhalte und das wichtigste Markup in allen Versionen ident ist.

Interssant wird dabei aber die Frage, wie Google mit Texten, die nicht auf den ersten Klick sichtbar sind, umgeht. Denn generell bewertete Google solche Inhalte als weniger zugänglich und somit weniger wichtig für die Nutzer. Dementsprechend wurden solche “versteckte Texte” auch als weniger relevant für die Rankings gewichtet.
Um Seiten auf kleineren Displays übersichtlicher darzustellen werden jedoch in Ansichten für Mobilgeräte manche Content-Elemente oft in Toggles oder Tabs “verpackt” und eben so “versteckt”.
Laut Gary Illyes soll nun in einem Mobile-first-Index jener Content, der zu UX-Zwecken verborgen bleibt, trotzdem volles Bewertungsgewicht bekommt.

Wer eigene mobile Versionen betreibt, die sich von den Desktop Versionen unterscheiden, sollte jedoch sehen, dass eben auch die mobilen Seiten optimiert sind. Das bedeutet oft auch, dass Inhalte dort überarbeitet und für Suchmaschinen optimiert werden müssen.
Wichtig ist zu prüfen, ob die mobilen Seiten für den Googlebot auch wirklich zugänglich sind und eigene Search Console Properties dafür anzulegen.

Gibt es weder eine eigene mobile Version noch ein responsives Design, sondern nur eine für den Desktop gebaute Seite, wird Google weiterhin nur diese indexieren.

 

Bild: Bloomua / Shutterstock.com

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