Ohne die richtigen Keywords ist jede SEO-Strategie wie ein Schiff ohne Kompass: Man kann nicht wirklich abschätzen, wohin man steuert. Eine Keyword-Recherche besteht jedoch nicht daraus, ein paar Begriffe in ein Tool zu tippen und die mit dem höchsten Suchvolumen auszuwählen. Die besten Rankings entstehen, wenn man die eigene Zielgruppe versteht, deren Sprache spricht und weiß, wonach sie wirklich sucht. Wer das ignoriert, produziert zwar Content, verfehlt aber das eigentliche Ziel: Menschen erreichen.
Keyword-Recherche: Schritt für Schritt zu den richtigen Suchbegriffen
Brainstorming & Startpunkt: Ihre Website & Zielgruppe
Bevor irgendwelche Tools zum Einsatz kommen, sollten zwei Fragen geklärt sein: Was bieten Sie an und wer sucht danach?
Eine Keyword-Recherche beginnt immer bei der Zielgruppe. Welche Probleme wollen Ihre Kunden lösen? Wonach suchen sie konkret, wenn sie Ihre Leistung brauchen, aber Ihren Namen noch nicht kennen? Wer zum Beispiel eine Software für Projektmanagement vertreibt, sollte überlegen, ob Nutzer eher nach „Projektmanagement-Software“, „Aufgaben verwalten im Team“ oder „Tool zur Aufgabenplanung“ suchen.
Dabei lohnt es sich, das eigene Angebot in Alltagssprache zu übersetzen. Interne Begriffe oder Fachjargon werden selten als Suchbegriffe verwendet. Hilfreich ist es, typische Kundenfragen zu sammeln. Zum Beispiel aus E-Mails, Beratungsgesprächen oder Kommentaren. Oft hat ein erfolgreiches Keyword darin seinen Urpsrung.
Erste Keyword-Ideen mit Google Suggest & Co.
Im nächsten Schritt geht’s um den Abgleich mit echten Suchanfragen. Google selbst liefert dafür wertvolle Hinweise: über die Auto-Vervollständigung beim Tippen, die Box „Ähnliche Suchanfragen“ am Ende der Ergebnisseite und das Modul „Nutzer fragen auch“.
Diese Vorschläge basieren auf realen Suchdaten und zeigen, welche Formulierungen verbreitet sind und welche Anschlussfragen häufig gestellt werden. So kann man schnell ein Gefühl für die Sprache der Zielgruppe entwickeln und herausfinden, welche Begriffe potenziell lohnend sind.
Analyse von Suchvolumen, Konkurrenz & Relevanz
Eine Liste mit Begriffen allein reicht noch nicht. Jetzt geht es darum, zu bewerten, welche Keywords sich wirklich lohnen. Dabei ist ein hohes Suchvolumen zwar wichtig, aber nicht alles.
Entscheidend ist, ob das Keyword auch zur eigenen Seite passt und ob es realistisch ist, dafür zu ranken. Ein Begriff wie „Projektmanagement“ hat zwar viele monatliche Suchen, ist aber extrem generisch und stark umkämpft. Ein Begriff wie „Projektmanagement-Tool für kleine Teams“ ist spezifischer, weniger hart umkämpft und oft zielführender.
Professionelle Keyword-Tools wie Ahrefs oder SEMrush zeigen neben dem Suchvolumen auch Metriken wie Keyword Difficulty (wie schwierig es ist, für das Keyword gut zu ranken), CPC (Kosten pro Klick in Google Ads) und CPS (Klicks pro Suche). Diese Informationen helfen bei der Einschätzung, wie hoch der Aufwand ist, um mit einem Begriff sichtbar zu werden.
Eine gute Keyword-Recherche bedeutet also nicht, „die besten“ Begriffe zu finden, sondern die richtigen. Passend zur Zielgruppe, zum Angebot und zur realistischen Ranking-Chance.
Verschiedene Arten von Keywords: Short-Tail, Mid-Tail & Long-Tail
Keywords können unterschiedlich lang bzw. spezialisiert sein, was sich auf ihr Suchvolumen und Ranking-Potenzial auswirkt. Man unterscheidet zwischen den folgenden Arten:
- Short-Tail-Keywords sind kurz (oft nur ein bis zwei Wörter) und haben ein hohes Suchvolumen – z. B. “projektmanagement”. Auch der Wettbewerb um diese Keywords ist hoch, die Suchintention eher unklar.
- Mid-Tail-Keywords sind präziser – z. B. “projektmanagement software”. Der Wettbewerb ist meistens geringer, weshalb sie über ein höheres Ranking-Potenzial verfügen als die kürzere Variante.
- Long-Tail-Keywords sind sehr spezifisch – z. B. “beste projektmanagement software für kleine teams”. In der Regel haben sie ein viel geringeres Suchvolumen. Durch ihre zielgerichtete Formulierung ist allerdings die Wahrscheinlichkeit für gute Rankings und Conversion höher.
Eine gute Keyword-Strategie deckt alle drei Typen ab, um sowohl Reichweite als auch Conversion-Potenzial zu maximieren.
Häufige Fehler bei der Keyword-Recherche
Wenn man jetzt also mit SEO erfolgreich sein will, sollte man nicht nur wissen, was zu tun ist, sondern auch was besser nicht. Viele Projekte scheitern nicht an den falschen Tools oder fehlenden Daten, sondern an falschen Entscheidungen bei der Auswahl und Bewertung von Keywords. Hier sind vier klassische Fehler und wie Sie sie umgehen:
1. Sich ausschließlich am Suchvolumen orientieren
Ein hohes Suchvolumen klingt auf den ersten Blick verlockend. Doch was nützt ein Keyword mit tausenden monatlichen Suchen, wenn der Wettbewerb erdrückend ist oder die Suchanfrage gar nicht zum eigenen Angebot passt? Viel wichtiger als die Menge ist die Relevanz und die Wahrscheinlichkeit, mit vertretbarem Aufwand gute Rankings zu erzielen.
2. Die Suchintention nicht hinterfragen
Hinter jedem Keyword steckt ein Bedürfnis. Wer das ignoriert, optimiert am Ziel vorbei. Man unterscheidet zwischen 4 Haupttypen an Keywords, wobei hinter jedem eine andere Intention steckt:
- Informationale Keywords: Die Nutzer suchen nach Informationen, Anleitungen oder Wissen. Beispiel: “wie funktioniert eine keywordrecherche”
- Navigationale Keywords: Hier wollen Nutzer zu einer bestimmten Website oder Marke navigieren. Beispiel: “.kloos agentur”
- Kommerzielle Keywords: Die Suchenden haben ein Kaufinteresse, vergleichen aber noch Optionen. Beispiel: “bestes tool für keyword recherche”
- Transaktionale Keywords: Die Absicht der Nutzer ist klar auf Kauf oder Conversion ausgerichtet. Beispiel: ”semrush subscription abschließen”
Allerdings ist die Intention hinter Keywords nicht immer eindeutig. Suchanfragen, wie “website erstellen“ können sowohl für die Suche nach Informationen stehen („Wie macht man das?“) als auch für konkrete Dienstleistungssuche („Agentur finden“). Außerdem verändern sich Suchintentionen mit Trends, technischen Entwicklungen und der Jahreszeit. “AI Text Generator” war vor einigen Jahren wahrscheinlich eher eine Informationssuche, da der Begriff noch nicht so geläufig war. Heute geht es darum, ein Produkt zu finden, das Texte schreiben kann.
Aus diesem Grund ist es entscheidend, Suchintentionen nicht nur einmal zu analysieren, sondern regelmäßig zu überprüfen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Inhalte weiterhin die Erwartungen der Nutzer erfüllen.
3. Konkurrenz-Keywords ungeprüft übernehmen
Natürlich lohnt es sich, erfolgreiche Seiten der Mitbewerber zu analysieren. Doch einfach deren Keywords zu kopieren, funktioniert selten. Es muss überprüft werden, ob diese Begriffe überhaupt zu den eigenen Zielen passen oder ob die Mitbewerber schlicht eine ganz andere Positionierung haben. Inspiration ist gut, aber eine eigene Analyse bleibt Pflicht.
4. Die Suchergebnisse nicht genau prüfen
Ein Keyword zeigt nur einen Teil der Wahrheit. Erst die konkrete Google-Suche offenbart, welche Inhalte tatsächlich gut ranken. Ist es ein Blogartikel, ein Produktlisting oder ein Video? Wer das ignoriert, läuft Gefahr, das falsche Format zu liefern. Und bleibt damit chancenlos. Die SERPs zeigen klar, was Google (und damit die Nutzer) erwartet.
Was Sie mit einer soliden Keyword-Recherche anfangen können
Eine durchdachte Keyword-Recherche liefert mehr als nur eine Liste mit Begriffen – sie gibt Orientierung. Wer sich die Zeit nimmt, die richtigen Themen zu identifizieren, schafft die Grundlage für Inhalte, die dann tatsächlich gefunden werden und für die Zielgruppe relevant sind.
Wenn Sie diesen Schritt sauber gemacht haben, fällt vieles andere leichter: vom Texten über die interne Verlinkung bis hin zur datenbasierten Auswertung der Ergebnisse. Gute Rankings sind selten ein Zufall – sie beginnen mit den richtigen Fragen.